Mommy to be - Aufräumen mit Klischees

8/02/2017

Lang habe ich überlegt, ob ich meine Schwangerschaft hier in den Blog mit einbringen soll oder ob mir das alles irgendwie doch zu intim ist.
Nachdem ich mittlerweile fast im 7. Monat bin und daher schon einen recht guten Einblick in diese ganze Sache gewinnen konnte, habe ich mich dafür entschieden.
Denn irgendjemand hier in der Online-Community muss doch endlich mal mit diesen ganzen Vorurteilen aufräumen.
Und ihr kennt mich, sowas mach ich ja gern. Jederzeit.

Wenn ihr jetzt also einen verstrahlten Bericht einer allzeitglücklichen Schwangeren lesen möchtet - sucht euch schnell einen anderen Blog ;-).

Nicht falsch verstehen, ich LIEBE mein Baby jetzt schon. Sehr. Aber dieses ganze Schwangersein, ne, das ist so gar nix für mich.

Ich bin gern die alleinige Regierende meines Körperreichs. Ein kleiner Einwohner, der sich völlig unkontrolliert ausbreitet und resistent gegen jegliche Regeln lebt - das macht mir Angst.
Ich habe die Dinge gern im Griff - als Schwangere kannst du das ver-ges-sen.
Wenn die Hormone sagen: "jetzt wird gekotzt" - dann wird gekotzt! Das.hast.du.nicht.zu.entscheiden. So einfach ist das.
Wenn die Hormone sagen "du also das da innen drin, dass muss sich jetzt alles mal hübsch ausdehnen" - dann schmeisst der Ischias-Nerv ne fette Party! Das.hast.du.nicht.zu.entscheiden.
Wenn die Hormone sagen, sieh dir das arme Hundebaby da im TV an, das hat keine Familie - dann heulst du! Das.hast.du.nicht.zu.entscheiden.

Apropos heulen: du heulst natürlich auch bei allem anderen. Die tote Taube auf der Straße? Der alte Mann im Rollstuhl? Dein Mann hat vergessen, Milch zu kaufen? Es gab im Bioladen nur noch rote Johannisbeeren statt Erdbeeren (gut, dass bringt mich auch ohne Schwangerschaft zum Heulen ;-))?
Ja und was ist das überhaupt für eine ganz furchtbare Welt? DA KANN MAN DOCH KEIN KIND REINSETZEN!!!

Das fing bei mir übrigens erst etwa im 5. Monat an. Vorher war ich eher depressiv. Ich haderte mit der Unverschämtheit, dass mir 24 Stunden am Tag, auch in der Nacht(!) kotzübel war. Ich haderte mit der Unverschämtheit, dass mein kompletter Magen-Darm-Trakt rebellierte, dass ich mich monatelang fühlte, als hätten mich gleichzeitig die Grippe und ein Magen-Darm-Virus heimgesucht. Dazu haderte ich mit dem Quatsch, der einem überall entgegenschlägt, dass ab der 12. Woche ja magischerweise alles ganz toll wird. Pustekuchen - ich warte nämlich immer noch.

Ich befinde mich übrigens gerade in der besten Zeit! Der Zeit des Reisens und der Zeit, in der man sich allgemein während der ganzen Monate am wohlsten fühlt! Jawohl!
Klar, unter den Blinden ist der Einäugige König. Aber gemessen an meinem "normalen" Wohlbefinden ist das ein schlechter Scherz.
Ständig ziept es dort oder zerrt da. Mir ist wieder schlecht Morgens. Mein Magen und mein im Laufe des Tages wachsender Bauch kollidieren jeden Abend. Geschlafen habe ich seit dem ersten Tag der Schwangerschaft nicht mehr ordentlich. Ich musste wochenlang Bettruhe einhalten, da mich netterweise Blutungen, die von einem Hämatom kamen, aufgesucht haben. Vorletzte Woche hieß es dann - Placenta Praevia - die sich aber mittlerweile Gott sei Dank ein ganzes Stück hochgezogen hat. Aber bis dahin, erstmal wieder den Schongang einlegen. Man hat ja schon Übung.

Aus dem Haus gehen - hm, ja, erstmal schauen, wie man sich denn fühlt.

Ja, es gibt Schwangere, denen geht es viel schlechter als mir. Und es gibt natürlich Schwangere, denen geht es viel besser als mir - das will mich zumindest die Welt glauben lassen (ich glaub gar nichts mehr!).

Klar, ich könnte mich auch einfach mal nicht so anstellen. Aber dann ist da ja noch dieses kleine, herzige Ding in meinem Bauch. Das so niedlich im Ultraschall herumturnt. Mit so winzig kleinen Füßchen und Fingerchen und einem schlagenden Herzchen und das hat dann auch noch das gleiche Profil wie die Mama und turnt jetzt jeden Abend so arg im Bauch herum, dass man es von außen sehen kann. Und da hat man plötzlich so eine Angst um das kleine Teil, dass man alles tun will, damit es gesund zur Welt kommt.
Und dann ist man ganz plötzlich so eine ganz verstrahlte Mama, die sich Abends die Spieluhr auf den Bauch legt und weint, weil der Papa so süße Sachen zum kleinen Einwohner in ihr sagt.
Hach ja........................
Ich weiß übriges gar nicht, von wem hier gerade die Rede ist. Klar, oder?

#papihateingekauft #erstesoutfit




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